Eine mehrsprachige Website ist heute weit mehr als ein „Nice-to-have“. Für viele Organisationen – gerade in Bildung, Gesundheit und öffentlichen Dienstleistungen – bedeutet sie vor allem: Zugang, Vertrauen und messbar mehr Reichweite. Und zwar nicht nur international, sondern ganz konkret lokal.
Wie starkt der Hebel sein kann, zeigt unsere aktuelle Case Study mit der Erste-Hilfe-Schule Berlin. Die Zielgruppe besteht aus Fachkräften, Eltern und
Betreuungspersonen mit sehr unterschiedlichen Sprachhintergründen. Ziel war
nicht „Expansion“, sondern eine bessere Erreichbarkeit der Berliner Community.
Dafür haben wir eine mehrsprachige Website umgesetzt, Inhalte lokalisiert, Buchungsprozesse sprachlich vereinfacht – und sogar ein Willkommensvideo in mehrere Sprachen gedubbt. Das Ergebnis: deutlich höhere Reichweite, lokalisiertes SEO, weniger Barrieren und ein klarer USP im Markt.
Was heißt „mehrsprachige Website“ in der Praxis?
Eine mehrsprachige (lokalisierte) Website stellt Inhalte in mehreren Sprachen bereit – Nutzer wählen die passende Sprache und erhalten Informationen verständlich und konsistent.
Im Fall der Erste-Hilfe-Schule war das entscheidend, weil viele potenzielle Teilnehmende nicht perfekt Deutsch sprechen. Die Herausforderung: Inhalte müssen nicht nur übersetzt, sondern so aufbereitet werden, dass sie sicher verstanden werden (gerade bei Kursinhalten und Notfallbezug).
Unsere Aufgabe im Projekt:
- Aufbau einer Website in mehreren Sprachen (u. a. Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch …)
- Übersetzung und Qualitätssicherung aller Kursseiten
- Vereinfachung sprachkritischer Buchungsschritte
- Synchronisation des Willkommensvideos pro Sprache (Dubbing + Einbindung je Sprachversion)
- kulturell passende Bild- und Textsprache
Diese Case Study nutzen wir im Folgenden als konkretes Beispiel, da sie zeigt, wie Mehrsprachigkeit im Alltag wirkt.
Warum sich eine mehrsprachige Website auch lokal lohnt
Viele denken bei Mehrsprachigkeit sofort an „globale Märkte“. In der Realität liegt der größte Impact oft direkt vor der eigenen Haustür.
In Städten gibt es große Zielgruppen mit türkischem, arabischem, ukrainischem, polnischem oder englischsprachigem Hintergrund. Wenn eine Website nur auf Deutsch verfügbar ist, entsteht automatisch eine Hürde und damit ein echter Conversion-Killer.
Die Effekte im Projekt:
- mehr Menschen erreicht (mehr Sichtbarkeit in mehreren Sprachen)
- weniger Unsicherheit („Ich verstehe Kursablauf und Inhalte.“)
- mehr Buchungen durch besseres Verständnis und Vertrauen
Mehrsprachigkeit ist in solchen Fällen nicht „nice“, sondern Wettbewerbsvorteil.
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Schritt 1: Zielgruppe verstehen und Sprachen sinnvoll priorisieren
Die wichtigste Frage lautet nicht: „Welche Sprachen sind cool?“ sondern: Welche Sprachen braucht eure Zielgruppe wirklich?
Bei der Erste-Hilfe-Schule haben wir dafür eine kleine, aber saubere Analyse gemacht:
- Welche Sprachen sprechen Anfragende tatsächlich?
- Welche Sprachen sind bei Kurs- und Notfallinformationen besonders relevant?
- Wo entstehen Hürden im bisherigen Buchungsprozess?
Am Ende standen als Prioritäten u. a. Deutsch, Englisch, Arabisch, Türkisch, Kroatisch, Polnisch, Hindi, Spanisch, Vietnamesisch und Portugiesisch.
Wichtig: Lieber mit den relevantesten Sprachen starten und später erweitern, als alles auf einmal halbfertig umzusetzen.
Schritt 2: Technische Umsetzung als Multisite- bzw. Multilingual-Setup planen
Damit eine mehrsprachige Website wirklich sauber funktioniert, braucht es eine klare Struktur und genau hier kommt der Multisite-Gedanke ins Spiel.
Je nach CMS und Zielsetzung kann ein mehrsprachiges Setup z. B. so aussehen:
- eine Website mit Sprachversionen (z. B. per Plugin / Sprachlayer)
- oder ein Multisite-Setup, bei dem Sprachseiten als getrennte Instanzen organisiert sind (je nach Anforderungen sinnvoll)
Entscheidend ist: URL-Struktur, Pflegeaufwand, SEO und Workflows müssen zusammenpassen.
Tool-Auswahl: passend zum CMS und zur Content-Sensibilität
Es gibt verschiedene Wege: von automatisierten Übersetzungen bis zu professionellen Workflows. Tools wie WPML (WordPress) or Weglot machen die Integration einfacher.
In diesem Projekt haben wir (aufgrund des bestehenden WordPress-Setups) mit WPML gearbeitet und auf manuell qualitätsgesicherte Lokalisierung gesetzt.
Warum? Weil Kursinformationen und Notfallkontexte sensibel sind – hier reicht maschinelle Übersetzung nicht aus. Es braucht sprachliche Präzision.
Schritt 3: Übersetzen reicht nicht – Lokalisierung macht den Unterschied
Eine starke mehrsprachige Website entsteht nicht durch „Copy-Paste in andere Sprachen“, sondern durch Lokalisierung.
Übersetzung vs. Lokalisierung
- Übersetzung: Inhalt wird sprachlich übertragen.
- Lokalisierung: Inhalt wird zusätzlich kulturell und kontextuell angepasst (Ton, Beispiele, Bildwelt, Erwartungshaltungen).
Praxis-Tipp für B2B-Websites
Schreibt die Ausgangstexte so, dass sie gut lokalisierbar sind:
- klare, einfache Satzstrukturen
- keine unnötigen Redewendungen
- konsistente Begriffe (v. a. bei Leistungen, Kursformaten, Preisen, CTA)
Schritt 4: Medien mitdenken, für stärkere Wirkung der Mehrsprachigkeit
Viele Websites übersetzen Texte und lassen dann Videos, Grafiken oder zentrale UI-Elemente auf Deutsch. Das bricht das Erlebnis.
Im Projekt haben wir deshalb auch das Willkommensvideo lokalisiert:
- KI-gestütztes Dubbing
- sprachsynchroner Schnitt
- Einbindung je Sprachversion auf der entsprechenden Seite
Das war mehr als „nice to have“. Es war ein klares Signal:
„Du bist hier willkommen. Egal welche Sprache du sprichst.“
Schritt 5: UX, Sprachumschaltung und Conversion sauber aufsetzen
Mehrsprachigkeit muss leicht bedienbar sein, sonst nutzt sie niemand.
Intuitive Sprachumschaltung
Wir haben einen klar sichtbaren Sprachschalter umgesetzt, der auch mobil funktioniert. Zusätzlich wichtig fürs SEO:
Jede Sprache hat eine eigene URL-Struktur (saubere Indexierung, klare Zuordnung).
Konsistente Kursstruktur für Vertrauen
Für jede Sprachversion wurden Kursinformationen gleich aufgebaut:
- Was wird gelernt?
- Für wen ist der Kurs?
- Dauer und Preis
- Ablauf der Anmeldung
Das Ergebnis: mehr Vertrauen und bessere Conversion, weil Nutzer nicht „raten“ müssen.
Schritt 6: Erfolg messen und Multisite/Sprachversionen iterativ verbessern
Mehrsprachigkeit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess.
Sinnvolle KPIs sind z. B.:
- Besucherzahlen pro Sprachversion
- organische Sichtbarkeit je Sprache (lokalisiertes SEO)
- Conversion-Rate je Sprache (z. B. Buchungen, Kontaktanfragen)
- Abbrüche im Buchungsprozess
Zusätzlich lohnt sich direktes Feedback:
- kurze Umfragen
- Kontaktformulare je Sprache
- qualitative Rückmeldungen aus Support/Telefon
Damit wird die mehrsprachige Website Schritt für Schritt besser, statt nur „übersetzt“.
Mehrsprachige Website als Strategie, nicht als Feature
Der Aha-Moment aus der Case Study: Mehrsprachigkeit ist nicht nur für internationale Marken relevant. Sie ist ein strategischer Hebel, um lokale Communities wirklich zu erreichen.
Die Erste-Hilfe-Schule Berlin hat heute:
- ein starkes Alleinstellungsmerkmal
- ein barriereärmeres, inklusiveres Nutzererlebnis
- weniger Unsicherheiten in der Kommunikation
- mehr Buchungen
- eine modernere, vertrauenswürdigere Marke
Warum Multisite- und Multilingual-Setups weiter an Bedeutung gewinnen
Die Zukunft gehört skalierbaren Content-Strukturen: mehr Sprachen, mehr Zielgruppen, mehr lokale Sichtbarkeit, ohne dass die Pflege explodiert. Genau deshalb wird der Multisite-Ansatz (je nach Organisation/Setup) für viele Teams immer attraktiver: klare Verantwortlichkeiten, saubere Strukturen, skalierbare Prozesse.
Wenn ihr eine mehrsprachige Website plant, lohnt sich eine strategische Herangehensweise:
- Sprachen datenbasiert priorisieren
- Struktur (Multisite vs. Sprachlayer) passend zum CMS wählen
- professionell lokalisieren (nicht „nur übersetzen“)
- UX und Conversion in jeder Sprache sauber abbilden
